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Was ist Pottasche?

Pottasche, ihrer chemischen Zusammensetzung nach gewöhnlich als Kaliumcarbonat bezeichnet, ist ein weißes, ungiftiges, körniges und hygroskopisches Pulver. Lässt man es längere Zeit an der Luft stehen, zieht es Wasser aus der Luftfeuchtigkeit und beginnt zu zerfließen. Die chemische Formel lautet K2CO3.

Herstellung

Der Name „Pottasche“ kommt von der alten Methode ihrer Herstellung. In waldreichen Gegenden Mitteleuropas verbrannten Aschenbrenner Holz (hauptsächlich Buche und Eiche) zum Zweck der Pottaschegewinnung. Die Pottaschesieder sumpften diese anschließend in Bottichen und laugten in mehreren Arbeitsgängen die löslichen Bestandteile (hauptsächlich Kaliumcarbonat) heraus. Die gewonnene Lauge wurde in großen Sudkesseln, den sogenannten Pötten, eingedampft und der Rückstand in einem Ofen zu Pottasche gebrannt. Daneben existierten Methoden des Glühens von Weinstein, Schlempe, Rückständen der Wollwäscherei (Wollschweiß) und der Zuckerverarbeitung (Melassen).

Heute wird Pottasche chemisch aus dem Grundbaustein Kalilauge oder Kalkmilch und Kaliumsulfat unter Einwirkung von Kohlenstoffoxiden hergestellt.

Verwendung

Pottasche wir heute vor allem in der Glasherstellung, der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, der Haushaltschemie und in Laboren genutzt. Ihre hauptsächlichen Anwendungsgebiete sind:

  • Als Flussmittel bei der Glaserzeugung (sogenannte Kaligläser), zur Herstellung einer reineren und farbloseren Glasschmelze
  • Die Fertigung von Flüssig- und Schmierseifen, Farben und fotografischen Entwicklern
  • Als Kalium liefernde Komponente für die Düngemittelproduktion für saure Böden
  • Wasserfreies Kaliumcarbonat dient in Laboren mit seiner hygroskopischen Eigenschaft als Trocknungsmittel und darüber hinaus als Ausgangsprodukt für weitere Kaliumverbindungen
  • In Haushalten zur Reinigung von Geschirr von hartnäckigen Schmutzresten und als umweltfreundliches Auftaumittel bei Glatteis auf Straßen und Gehwegen
  • Als Backtriebmittel und Geschmacksnote gemeinsam mit Hirschhornsalz für Flachgebäck (vor allem Lebkuchen) und schwere Teige mit hohem Zuckergehalt. Da diese Teige längere Zeit ruhen müssen, ist Backpulver als Triebmittel nicht geeignet. Dieses reagiert bereits bei Zimmertemperatur, während Pottasche und Hirschhornsalz erst bei Temperaturen über 60 Grad ihre Triebkraft entwickeln. Die Kombination verhindert, dass die Teige beim Backen zu breit auseinander laufen. Während die Pottasche für einen breiten Trieb ausschlaggebend ist, sorgt das Hirschhornsalz für einen nach oben gerichteten Trieb im Gebäck
  • In der Lebensmittelindustrie zur Behandlung von Kakao, als Aromaverstärker und zur Schnelltrocknung von Rosinen
  • In der musealen Konservation zur Anfertigung von Gipsabgüssen einer Bronze- oder Marmorplastik. Zum Schutz des Originals wird auf seiner Oberfläche ein Trennmittel mit Pottascheanteil aufgetragen, bevor der Gips zur Abformung aufgebracht wird
  • Als Elektrolytbestandteil in Schmelzcarbonat-Brennstoffzellen
  • Als Zusatzstoff für die Einnahme von Suchtmitteln und für Schnupftabak.